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Streiten Mit Happy End

Streiten mit Happy End

Konflikte sind etwas Wunderbares, wenn wir wissen, wie wir mit ihnen umgehen können. In unseren Köpfen negativ behaftet, gehen wir Streitereien eher aus dem Weg, anstatt uns mitten rein zu stürzen.

Klar ist: Schaffen wir es, unsere Konflikte kreativ zu lösen und nicht alles persönlich zu nehmen, meistern wir zukünftige Herausforderungen souverän.

Konflikte sind völlig normal

Wir Menschen sind Individuen mit eigenen Weltanschauungen. Deshalb ist die Gefahr eines Konfliktes immer dann groß, wenn Menschen zusammenkommen und versuchen, diese Weltanschauungen zu teilen.

Das ist zum Beispiel die Ehefrau, für die ein Zuspätkommen ihres Ehemannes (aus welchen Gründen auch immer) ein „No Go“ ist, schließlich hat er ihr versprochen, pünktlich zu sein. Oder der Ehemann, für den es unerträglich ist, länger auf seine Frau zu warten, weil er weiß, dass sie zu spät zum Konzert kommen.

Konflikte sind nicht immer nur unterschiedliche Sichtweisen, sie legen den Finger auf offene Wunden wie Unzufriedenheit und nicht erfüllte Bedürfnisse. Positiv betrachtet, decken Streitereien Wahrheiten auf, die ansonsten unter dem Deckmantel der Harmonie verborgen bleiben.

Harmonie – der Teufel trügerischer Idylle

Einige meiner Klienten erzählen mir, wie wichtig ihnen Harmonie sei. Diskussionen gehen sie eher aus dem Weg – es könne ein Streit entstehen, den sie auf keinen Fall wollen. Erst später (manchmal nach vielen Jahren) erkennen sie diesen Trugschluss. Denn wer es allen recht machen will, wird bald feststellen, dass er zwischen allen Stühlen sitzt. Eigene Bedürfnisse, Ideen und Wünsche sind auf der Strecke geblieben.

Konflikte sind nicht schön. Sie kosten oftmals viel Energie und können schweren Schaden anrichten. Trotzdem wollen sie gelöst werden. Genau genommen dient ein Streit zur Aussprache zweier oder mehrerer Meinungen mit dem Ziel, die Sichtweise jedes Beteiligten wahrzunehmen, anzuerkennen und Kompromisse und Lösungen zu finden.

Ungelöste Konflikte lähmen, sabotieren oder verhärten. Sie sorgen für Verletzungen, Rache, Wut. Die meisten Beziehungen – gleich welcher Art – zerbrechen an falscher oder fehlender Kommunikation und Konfliktscheu. So wird die Harmoniebedürftigkeit zum Teufel trügerischer Idylle.

Streiten mit Happy End

Wer kreativ sein will, sollte sich jemanden suchen, mit dem er so richtig gut streiten kann. Das kann durchaus der eigene Partner sein.

Als Regel gilt der Wunsch beider, den Konflikt friedlich zu lösen. Fehlende Beherrschung, Wut, Totschweigen oder Flucht sind keine Optionen für eine gute Streitkultur.

Wollen Sie die Chance eines Happy Ends nutzen, sollte der Konflikt gut geführt und produktiv gelöst werden. Das ist nicht leicht. Nicht zuletzt, weil die Beteiligten bei einem Konflikt in der Regel voneinander abhängig sind oder sich zumindest gebunden fühlen. Das heizt die Temperaturen erst recht an.

7 Tipps, wie Sie Konflikte kreativ lösen können:

  1. Nehmen Sie die Ursachen unter die Lupe
    Sie können nichts lösen, dessen Ursache Sie nicht kennen. Warum ist der Konflikt ausgebrochen? Worum geht es überhaupt? Was wollen die Beteiligten? Was stört sie, so dass sie in einen Konflikt geraten sind?
  2. Achten Sie auf Ihre Verhaltensmuster
    Verhaltensmuster vergangener Kindheitstage erschweren uns oftmals, einen Konflikt zu lösen. So wollen wir zum Beispiel recht haben oder mögen es gar nicht, angezweifelt und verunsichert zu werden. Wir schieben die Schuld auch gerne anderen in die Schuhe, denn es entlastet und bestätigt uns. Oder wir neigen dazu, bemitleidet werden zu wollen. Das tröstet wenigstens und baut auf.Konflikte lösen wir mit diesen Verhalten allerdings nicht. Beobachten Sie während des Streites ganz genau, in welchem Verhaltensmuster Sie gerade stecken und überlegen Sie, wie Sie da herein geraten sind. Reflektieren Sie sich und nutzen Sie diese Gelegenheit als Chance, mehr über sich zu erfahren.
  3. Wechseln Sie die Perspektive
    Der Perspektivenwechsel ist eine Grundvoraussetzung, um Konflikte zu beenden.
    Wie fühlt sich der andere? Welche Bedürfnisse hat er? Machen Sie sich ein Bild aus der Welt Ihres Gegenübers. Lernen Sie ihn und seine Motivation besser kennen. Hören Sie zu, lassen Sie ihn ausreden und seien Sie offen miteinander.
  4. Interpretation adé!
    „Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ Denken Sie immer an diesen Satz, wenn Sie der Meinung sind, sie wüssten, was der andere denkt oder wie er es gemeint hat, bevor sie ihn tatsächlich gefragt haben.Sollten Sachverhalte nicht klar sein, hören Sie auf damit, zu interpretieren, sondern fragen nach, zum Beispiel: „Das habe ich nicht ganz verstanden, kannst Du es nochmal wiederholen?“ Oder in dem Sie die Aussage wiederholen: „Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann …“ oder „Du meinst also, dass ….“

    Fragen Sie solange, bis Ihnen die Sichtweise des Anderen klar wird.

  5. Think positive
    Denk- und Kommunikationsfehler sind bei Konflikten an der Tagesordnung. In der Regel ist unser Gegenüber nicht unser Feind, sondern einfach nur ein Andersdenkender. Es hilft deshalb, davon auszugehen, dass der andere es ebenso positiv meint wie Sie.
    Nehmen Sie auch die Worte Ihres Gegenübers nicht persönlich. Bei Konflikten neigen wir schnell dazu, unzutreffend zu verallgemeinern, zu übertreiben oder im Ton abzurutschen.
  6. Suchen Sie nach Lösungen
    Werden Sie kreativ und suchen Sie nach Lösungen für Ihren Konflikt. Brainstormen Sie und sammeln Sie Ideen. Setzen Sie sich mit dem oder den Beteiligten zusammen und suchen Sie nach Win-Win-Lösungen. Also nach Lösungen, von denen alle Parteien profitieren.
  7. Nutzen Sie Kreativ-Techniken
    Als Unterstützung für Konflikte helfen auch Kreativtechniken weiter, wie beispielsweise Edward de Bonos „6 Hüte des Denkens“. Sollten Sie allerdings mit Ihrer besseren Hälfte in heftigem Klinsch liegen, ist es vielleicht keine so gute Idee, eine Kreativtechnik aus dem Hut zu ziehen. Dafür sollten Sie erst den Boden bereiten.

Sie sehen, eine gute Streitkultur kann man durchaus lernen. Und wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie beginnen sollen, unterstütze ich Sie als Coach und Paarberaterin sehr gerne, damit aus Ihren Konflikten ein Streit mit Happy End werden kann.

Und nun sind Sie dran! Viel Erfolg.

Ihre

 

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