Überspringen zu Hauptinhalt
Gesucht Wird: Mr. Und Mrs. Perfect

Gesucht wird: Mr. und Mrs. Perfect

Ob auf der Arbeit, im Urlaub oder auf Tinder – der Markt für potenzielle Partner wird immer größer. Mittel und Wege um Leute kennenzulernen sind ebenso mannigfaltig, wie die vielen Möglichkeiten, eine Beziehung zu führen.

Durch diese unzähligen Optionen wird die Liebe allerdings zu einer ganz schön komplizierten Angelegenheit. Viele Menschen investieren enorm viel Zeit damit, ihre nächste Liebe zu suchen. Fündig werden sie dabei immer seltener.

Auf Onlineplattformen treffen wir in Nullkommanichts auf Millionen möglicher „Herzblätter“ egal ob bei uns um die Ecke oder über die Landesgrenze hinaus. Trotzdem überfordert diese immense Auswahl die Dater und es fällt ihnen schwer, sich auf eine Person einzulassen und festzulegen.

Hohe Erwartungen

Hinzu kommen die stetig wachsenden Erwartungen unserer Gesellschaft an die Liebe. Wir suchen jemand, der perfekt ist – Mr. oder Mrs. Perfect. Und wenn nicht alles reibungslos läuft, sagen wir zum Abschied leise „Servus“, und suchen schnell wieder weiter in der Hoffnung, das vollkommene Glück im nächsten Kandidaten zu finden.

Das führt zu dem Trend, dass jüngere Generationen heute schon doppelt so viele Trennungen hinter sich haben, wie die heutigen 60-Jährigen. Sie geben ihren Beziehungen zu wenig Zeit gibt, sich zu entwickeln.

Auch für die Ehe gelten diese Erwartungen. Geheiratet wird aus Liebe, und zwar nur den absolut Richtigen. Die Ehe soll für das Lebensglück zuständig sein und wird nicht mehr mit dem Wunsch nach Versorgung und Stabilität verknüpft.

Doch Ehe als immer währendes Glück bringt Schwierigkeiten mit sich. Die Aufgabe eines Partners besteht nämlich nicht darin, den anderen glücklich zu machen. Eine glückliche Beziehung bedeutet harte Arbeit und glückliche Momente sind ein Bonus dafür, dass man am Ball bleibt.

Sinn für Humor – Das wünschen sich viele

Sinn für Humor scheint ein Muss bei Singles. Danach kommen ein gepflegtes Äußeres, ein guter Job und Bildung. Diese „offiziellen“ Eigenschaften weichen aber häufig von dem ab, was uns unbewusst anzieht.

Solche Listen entsprechen auf beiden Seiten mehr „der politischen Correctness“ und dem, was wir an einem Partner attraktiv finden sollten. Hinter der Fassade zeigt sich jedoch ein viel sexistischeres Bild.

Für Männer ist ein gutes Aussehen ebenso wichtig wie eine ebenbürtige, aber keinesfalls überlegene Partnerin. Vor allem soll sie „nicht nerven“. Frauen hingegen sind extrem anspruchsvoll und verlangen viele verschiedene Eigenschaften. Gleichzeit widersprechen sie sich allerdings auch. Etwa wenn sie einen Partner mit spannendem Hobby suchen, der gleichzeitig aber auch massenhaft Zeit nur für sie hat.

Beim ersten Date sind interessanterweise diese Wünsche jedoch nicht relevant. Es kommt nur auf die Attraktivität an, alles andere sind Tendenzen. Noch spannender ist die Tatsache, dass wir oft gar nicht wissen, was genau uns zu jemandem hinzieht.

Vieles geschieht im Unterbewusstsein und kann sich wieder ändern. Das macht es kompliziert. David Perrett, ein US-amerikanischer Psychologe, hat in einer Forschungsarbeit mit der Analyse von Gesichtserkennung beschäftigt und herausgefunden, dass 80% aller Menschen einen Partner wählen, der einem Elternteil ähnelt.

Keine Beziehung ist perfekt

Egal ob Mann oder Frau, die meisten Menschen wollen sich verlieben und sehen einen Partner an ihrer Seite als Voraussetzung für persönliches Glück. Ein Fehler, den viele allerdings dabei begehen, ist eine Beziehung mit falschen Vorstellungen, Erwartungen und Sehnsüchten einzugehen.

Viele glauben, mit ihrer Partnerschaft lösen sich all ihre Probleme. Daraus entsteht im Umkehrschluss die Tendenz, ihren Partner für jede trübe Stunde in ihrem Leben verantwortlich zu machen.

Eine Liebesbeziehung bedeutet nicht: „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt und wenn es nicht passt, hat der andere Schuld.“ Eine langjährige Partnerschaft ist eher wie ein Garten: sie bedeutet viel Arbeit und Aufmerksamkeit, wenn sie blühen und gedeihen soll.

Ein Garten muss gepflegt werden und ab und zu auch eine Dürreperiode überstehen. Das heißt: Partner müssen zusammen für gemeinsame Ziele und Vorstellungen arbeiten, miteinander wachsen und auch Streitereien überleben können.

Eifersucht – der Feind in meinem Bett

Das Gefühl der Liebe sollte nicht von der Erfüllung der eigenen Bedürfnisse abhängig gemacht werden. Solch eine Einstellung führt zu Enttäuschung und Unmut. Wichtig ist, eine Basis zu schaffen, die unsere Liebe wachsen lässt. Dafür benötigen wir klare Absprachen, gute Kommunikation und wenig Erwartungen.

Auch Schuldgefühle, Verbote und Unterdrückung haben in der Liebe nichts zu suchen. Viele Menschen verwechseln Liebe mit Besitz aus Angst, verlassen und alleingelassen zu werden.

Besonders krampfhafte Eifersucht führt zu Beziehungsproblemen, denn sie hat nichts mit dem Ideal der Treue zu tun. Vielmehr entspringt Eifersucht dem egoistischen Gefühl, der andere solle kein Lebensglück oder Spaß erleben, der nichts mit dem Partner zu tun hat. Und schon liegt der Feind in meinem Bett.

Wir sind keine kleinen Kinder mehr, die zu eifersüchtigem Verhalten tendieren und Besitzansprüche auf ihre Eltern haben. Als Erwachsene sollten wir erkennen, dass wir Liebe nicht in Besitz nehmen können, sondern dass wir viele Dinge lieben können.

Wirklich lieben

Wirklich zu lieben heißt, sich zu wünschen, dass es dem anderen gut geht. Wer das erkennt, gönnt seinem Partner Zeit allein mit einem schönen Hobby, eigenen Freunden und individuellen Erlebnissen außerhalb der Partnerschaft.

Männer und Frauen gehen unterschiedlich an die Themen Liebe und Partnershaft heran. Wenn wir Verständnis und Wertschätzung für die Differenzen zeigen, können wir offen und mit Spaß auf potentielle Partner zugehen.

Wichtig ist, dass wir an uns selbst arbeiten, um eine Basis für eine andauernde Liebe aufzubauen und keinen falschen Vorstellungen über die Liebe hinterher hinken.

Haben Sie Feedback?

Ich bin gespannt und freue mich zu hören, wie Ihnen dieser Artikel gefallen hat.

Schreiben Sie mir ein Kommentar oder gerne auch eine Email an birgit@natale-weber.de und teilen Sie mit mir Ihre Gedanken.

 

Herzlichst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

An den Anfang scrollen