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Die Geparkte Frau – Wenn Shopping Depressiv Macht!

Die geparkte Frau – Wenn Shopping depressiv macht!

Rom, Paris, London – Ist es nicht wunderbar, beruflich erfolgreich zu sein und durch die Welt zu jetten? „Nein, ist es nicht“, sagen viele Ehefrauen erfolgreicher Business Manager. Ihr Leben ist unerträglich geworden, sie haben sich „tot geshoppt“ und befinden sich nach 20 Jahren Kindererziehung im tiefen dunklen Loch. Manche von ihnen werden sogar depressiv.

Die nachfolgende Geschichte ist nicht frei erfunden, sondern hat sich in vielen Schlafzimmern genauso abgespielt. Woher ich das weiß? Von Erzählungen Betroffener:

Es tut mir Leid mein Schatz

Er packt seinen Koffer. Idealerweise hat sie ihm alle Hemden fein säuberlich auf das Bett gelegt und seine Anzüge herausgesucht. Nur seinen Kulturbeutel, den muss er bitte schön selbst packen. Wäre ja noch schöner. Jetzt noch an die Krawatten, den Schlafanzug und seine Pantoffeln zum Schutz vor den ekligen Hotelböden denken. Fertig.

Ehe sie sich versieht, schnappt er sich seine Aktentasche, hält einen kurzen Vortrag über dringende Dinge, die während seiner Abwesenheit zu erledigen sind. Und dann kommt der Satz, der sich seit Jahren in ihren Kopf eingebrannt hat: „Es tut mir leid Schatz, Dich so überstürzt alleine zu lassen. Mach Dir eine schöne Zeit bis ich wieder da bin.“

Wumm, die Tür fällt ins Schloss. Totenstille macht sich breit. Noch bevor sie darüber nachdenken kann, was gerade passiert ist, hat ES bereits Besitz von ihr ergriffen: Das Gefühl des Alleinseins – unerträglich, angst einflößend und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten.

Wo eben noch ein Tohuwabohu herrschte, überkommt sie nun die totale Einsamkeit. Wie sie das hasst. Doch dagegen tun, kann sie nichts. „Hat sie dafür geheiratet?“ fragt sie sich. Was einst mit Schmetterlingen im Bauch begann, wird langsam zum Magengeschwür.

Jeden Tag Shopping ersetzt keine Partnerschaft

Das Klingeln ihres Handys holt sie aus ihren Gedanken. Es ist ihre Tochter, die überglücklich von ihrem neuen Job erzählt. „Mehr Geld, ein tolles Büro direkt in der City und dazu einen Geschäftswagen“, zählt sie auf. Was will „frau“ mehr. Dass sie viel längere Arbeitszeiten hat, verschweigt ihre Tochter.

Nach dem Telefonat geht sie ins Bad und sieht in den Spiegel. „Ist das alles was von Dir übrig geblieben ist?“, fragt sie sich und seufzt. Das Haus ist leer. Die Wohnung ist Tip Top aufgeräumt. Nichts liegt herum wie früher, als durch die Kinder noch Leben in der Bude war. Jetzt erinnert die Wohnung eher an das sterile Titelfoto eines Interior Magazins.

Geschwind ruft sie ihre Freundin an und fährt anschließend in die Stadt zum Shoppen. Was sonst sollte sie auch tun. Tennis spielen kann sie seit einigen Jahren nicht mehr und zum Golfen hat sie keine Lust. „Also bleibt nur noch Shoppen“, denkt sie. Ums Geld braucht sie sich keine Gedanken zu machen. Vier Kreditkarten, davon eine Goldene und eine Platin, sind ihre treusten Begleiter.

Beim Prosecco hört sie sich zum tausendsten Mal die Story ihrer Freundin an. Die ist auch nicht viel besser als ihre. Der einzige Unterschied ist, dass sie keine Kinder hat, dafür einen Hund und zwei Pferde. „Jedenfalls wird sie gebraucht oder ist es umgekehrt?“, fragt sie sich in diesem Moment.

Wie zwei Shopping Queens durchforsten sie die Edelboutiquen der Stadt. Prada, Louis Vuitton, Hermès, Chanel und wie sie alle heißen. „Hast Du schon von der Neueröffnung von Jil Sander gehört?“ Gelangweilt verneint sie. All das ist so weit weg von ihr. Sie sehnt sich nach etwas anderem. Nach Liebe und Zweisamkeit.

Männer, die gerne shoppen – Gibt’s das?

Sie gehen in die Boutique einer Freundin. Plötzlich kommen zwei Paare herein. Die beiden Frauen verschwinden in den Umkleidekabinen und die Männer stöbern. Interessiert stellen sie einige Outfits zusammen. Jeans, Oberteil, Rock, Kleid, Schuhe. Es ist wie bei einer Modenschau. Anziehen, vorzeigen, umziehen.

Die Frauen genießen die Aufmerksamkeit ihrer Männer und probieren alles an. „Mein Gott wie harmonisch“, denkt sie neidisch. Eine der Frauen blickt zu ihr rüber und lächelt sie an. Schnell kommen sie ins Gespräch, denn die Fröhlichkeit der Vier ist ansteckend.

„Einfach toll wie Ihre Männer mit shoppen gehen“, sagt sie begeistert zu den beiden Frauen, „so etwas sieht man selten.“ Wie sehr wünscht sie sich auch einen solchen Ehemann zu haben. Jemand, der für sie da ist und dem sie wichtig ist. Stattdessen hockt sie hier in der Stadt fest und langweilt sich zu Tode.

Als sie von einem der Männer gefragt wird, was sie denn so macht, sprudelt es auch ihr heraus: „Ich? Ich mache gar nichts. Ich bin eine geparkte Frau. Mein Mann reist geschäftlich um die Welt und hat mich hier zurückgelassen. Ab und zu kommt er vorbei und schaut nach mir. Doch meistens ist er weg.“

Als sie diese Worte ausspricht, spürt sie die innere Leere. Das Gefühl völliger Einsamkeit durchströmt ihren Körper. Ihre aufkommenden Tränen schluckt sie schnell herunter. „Jetzt bloß nicht heulen“, denkt sie. The show must go on.

Hat meine Partnerschaft noch Zukunft?

Die Geschichte dieser Frau ist kein Einzelfall. Immer mehr Frauen plagt das gleiche Schicksal. Alles in ihrem Inneren fühlt sich leer und gleichgültig an. Umso länger dieses Gefühl anhält, umso schmerzhafter wird es. Irgendwann merken sie, dass Shopping kein Lebensinhalt sein kann und suchen dringend nach Auswegen bevor sie depressiv werden.

„Hat meine Partnerschaft noch Zukunft und wenn ja, wie könnte sie aussehen?“, lautet die Frage, die ich häufig gestellt bekomme. Auffallend ist, dass die Männer oftmals keinen blassen Schimmer vom Zustand ihrer Ehefrau haben. Umso erfreulicher sind die Ergebnisse nach dem Coaching, wenn ich miterleben darf, wie die Partnerschaft wieder auflebt.

Allen „geparkten Frauen“ möchte ich Mut machen, ihren Motor anzuwerfen und endlich auszuparken. Mit frischem Selbstbewusstsein sich auf die Zukunft zu freuen, denn Zufriedenheit macht attraktiv – und das finden Männer sexy.

Herzliche Grüße

Birgit Natale-Weber

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