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Challenge Netzwerk – Die Zündende Idee Für Blinde Flecken

Challenge Netzwerk – die zündende Idee für blinde Flecken

Wir alle haben blinde Flecken. Doch was genau verstehen wir darunter? Gemeint sind Aspekte unserer Persönlichkeit, die uns nicht bewusst sind. Das Blöde ist, dass wir selbst diese blinden Flecken nicht wahrnehmen – dafür aber unsere Mitmenschen!

Erst durch das Feedback von außen werden sie für uns sichtbar. Das bedeutet: Sind wir daran interessiert, unpassendes Verhalten oder ungünstige Gewohnheiten ändern oder aufgeben zu wollen, müssen wir verstehen, wie andere uns sehen.

Nein, so läuft das nicht!

Er forderte mich heraus. Und zwar massiv: „Nein, so läuft das nicht!“, sagte er.

Vor vielen Jahren besuchte ich in einer Kölner Schauspielschule einen Workshop zum Thema „Bühnenpräsenz.“

Mein Ziel war es, nicht nur gute Vorträge zu halten, sondern sie auch wirksam zu inszenieren. Aber das Feedback des Dozenten zu meiner Kostprobe war absolut nicht das, was ich hören wollte.

Ich stutzte, schaute ihn an und wette, in meinem Gesicht war pures Entsetzen zu sehen. Aber das war ihm egal. „Wir müssen gründlicher anfangen!“, sagte er.

Und dann begann er mit mir zu arbeiten. Gründlich. Was möchtest Du denn rüberbringen, fragte er. Er machte mir klar, dass es nicht einfach nur um das Übermitteln von Inhalten und Informationen gehe.

„Wenn es Dir überzeugend gelingt“, sagte er, „einen bedeutsamen Impuls in die Köpfe Deines Publikums zu säen, dann hast Du ein Geschenk von unschätzbarem Wert gemacht.“.

Selbstwahrnehmung + Fremdwahrnehmung = persönliches Wachstum

Es ist nicht leicht, solche Herausforderung zu akzeptieren und ein solches Feedback anzunehmen. Aber genau solche Situationen stellen uns vor folgende Fragen:

  1. Haben wir den Willen und die Offenheit, uns herausfordern zu lassen?
  2. Umgeben wir uns mit Menschen, die das kontinuierlich tun?
  3. Oder gehen wir den einfachen Weg und vermeiden das lieber?

Sicherlich ist es kein Geheimnis, wie wichtig es ist, genau diese Herausforderung zu suchen und daraus zu lernen, denn nur so können wir uns persönlich weiterentwickeln. Es ist eine extrem wertvolle Zutat für persönliches Wachstum und Erfolg.

Nachdem ich dreimal geschluckt hatte, ist mir jedenfalls klar geworden, dass ich mit dem unbequemen Dozenten weiterarbeiten wollte. Denn er ergänzte konstruktiv meine Selbstwahrnehmung durch seine profunde Fremdwahrnehmung.

Stellt sich mir gleich die nächste Frage: Wie kann ich noch mehr solche Menschen in mein Leben holen, die mich konstruktiv herausfordern?

Challenge Netzwerk – die zündende Idee für blinde Flecken

In einem Podcast von Adam Grant begeisterte mich nun die Idee eines Challenge-Netzwerks mit dem Ziel, hier für sich selbst Unterstützung zu suchen, um wichtige und überfällige Selbstreflexionsprozesse anzustoßen, eigene blinde Flecken aufzuzeigen, Verbesserungs- und Entwicklungspotenziale offenzulegen und so eine Verbesserung des eigenen Verhaltens oder Vorgehens anzustoßen.

Ein solches Netzwerk besteht aus einer ausgewählten Gruppe von Menschen, die „dir sagen, was du nicht hören willst, aber hören musst!“

Ich finde die Idee so faszinierend, dass ich darüber nachdenke, ebenfalls ein solches Netzwerk aufzubauen. Wie könnte es im fortgeschrittenen Stadium aussehen? Wir brauchen sowohl ein Support-Netzwerk als auch ein Challenge-Netzwerk in unserem Leben.

Das Support-Netzwerk: Das sind Menschen, denen wir vertrauen und an die wir uns wenden, wenn uns etwas auf dem Herzen liegt oder wir einfach mal Dampf ablassen müssen. Das können sowohl Menschen aus dem beruflichen Umfeld, als auch aus dem privaten Kreis sein.

Das Challenge-Netzwerk: Das sind Menschen, die uns sagen, was wir nicht hören wollen, aber hören müssen. Wichtig: Das sind nicht nur einfach Kritiker, die uns alles um die Ohren hauen. Das wäre auf Dauer destruktiv und entmutigend. Sondern sie sind uns wohlgesonnen und wollen, dass wir uns weiterentwickeln. Deshalb sind sie kritisch, zeigen uns blinde Flecken auf und fordern uns heraus.

WICHTIG: Ein Challenge Netzwerk funktioniert nur, wenn wir positiv mit kritischen Rückmeldungen umgehen.

Training für das Ego

Natürlich müssen wir nicht für jedes kritische Feedback – egal von wem – ein offenes Ohr haben. Aber klar ist auch, wenn wir Leute in unser Challenge-Netzwerk einladen und sie uns Rückmeldungen geben, müssen wir auch damit umgehen. Sonst funktioniert es nicht.

Was uns dabei oftmals im Weg steht, ist das eigene Ego. Deshalb ist die Neigung bei so vielen Menschen so ausgeprägt, die Überbringer kritischer Botschaften aus ihrem Leben zu streichen – oder zumindest zu meiden.

Natürlich ist es einfacher, uns nur mit den Menschen zu umgeben, die uns zuverlässig Beifall spenden. Dort beschweren wir uns dann über Kritik und holen uns die Rückversicherung, dass wir diese eigentlich nicht verdient haben. Kann man so machen … muss man aber nicht und bringt auch nicht weiter!

Auch wenn Sie nicht gleich ein Challenge-Netzwerk aufbauen möchten, so sollten sie sich auf jeden Fall mit Menschen umgeben, die Sie herausfordern und motivieren. Nur so können Sie besser werden!

Suchen Sie die Nähe dieser Menschen, gehen Sie einmal im Monat mit ihnen essen, hören Sie ihnen zu, lernen Sie und bleiben Sie neugierig!

Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen Start in den Tag und einen frühlingshaften März!

Herzlichst

Ihre

Birgit Natale-Weber

 

PS: Wenn Sie neugierig sind und beim Start meines Challenge-Netzwerkes dabei sein wollen, dann schreiben Sie mir eine E-mail an: birgit(Replace this parenthesis with the @ sign)natale-weber.de.

Ich melde mich bei Ihnen, sobald der STARTSCHUSS fällt.

 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Die Idee mit dem Challenge-Netzwerk bringt einen kritikfähigen Menschen sicherlich einen guten Schritt weiter. Denn ein gut gemeintes ‚Weiter so – ich mag Dich trotzdem‘ aus dem Support-Netzwerk verlängert ja doch nur eine Irrfahrt.

    Dennoch ist auch der kritikfähigste Mensch nicht immer aufnahmefähig. Wir leben gerade in Zeiten, wo die ganz banale Challenge für viele darin besteht, (wirtschaftlich) zu überleben. Auch wenn es immer etwas zu optimieren gibt: Wem das Wasser bis zum Hals steht, braucht manchmal doch zuerst einen Schwimmreifen und weniger eine Apnoe Herausforderung.

    Beste Grüße und bleiben Sie gesund
    Patrick Jobst

    1. Lieber Herr Jobst,
      vielen Dank für Ihre ehrlichen Worte. Ich gebe Ihnen völlig recht, dass durch die Krise alles anders geworden ist und nun andere Herausforderungen anstehen. Den Artikel habe ich im Februar geschrieben – unglaublich, was seitdem passiert ist.
      Jetzt geht es für viele in der Tat ums nackte Überleben.
      Dafür wünsche ich uns allen Zuversicht und Durchhaltevermögen – und Gesundheit!
      Herzlichst
      Birgit Natale-Weber

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